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Ratgeber

Quereinstieg in den Vertrieb: So startest du ohne Erfahrung

Drei Personen in Business-Kleidung unterhalten sich in einem Besprechungsraum.

Wichtige Erkenntnisse

  • Der Vertrieb ist einer der offensten Bereiche für Quereinsteiger, weil Ergebnisse oft mehr zählen als der bisherige Abschluss.
  • Der Vertriebsinnendienst ist für viele der realistischste Einstieg: planbare Aufgaben im Büro oder Homeoffice und eine gute Lernkurve.
  • Du musst nicht extrovertiert sein. Eine Studie zeigt, dass Menschen zwischen introvertiert und extrovertiert im Verkauf besonders erfolgreich sind.
  • Im Vertrieb besteht das Gehalt oft aus einem festen Fixum plus Provision. Achte darauf, dass das Fixum zum Leben reicht.
  • Jobs nur auf Provision, an der Haustür oder als „freier Handelsvertreter“ sind für den Einstieg meist ein schlechter Deal.
  • Mit einer Online-Umschulung lernst du kaufmännische Grundlagen, Gesprächsführung und CRM-Programme, die Kosten können über einen Bildungsgutschein übernommen werden.

Du redest gern mit Menschen, kannst andere von guten Lösungen überzeugen und suchst einen Job, in dem sich Einsatz bezahlt macht? Dann ist ein Quereinstieg in den Vertrieb eine echte Option. In diesem Ratgeber erfährst du, was man im Vertrieb macht, welcher Einstieg zu dir passt, was du verdienst, wie du unseriöse Angebote erkennst und wie du dich gezielt vorbereitest.

Kann man als Quereinsteiger in den Vertrieb?

Ja, als Quereinsteiger kommst du in den Vertrieb, denn hier zählt oft mehr, wie du mit Kundinnen und Kunden umgehst, als welchen Beruf du vorher gelernt hast. Viele Unternehmen suchen gezielt Quereinsteiger und bieten eine strukturierte Einarbeitung in Produkte und Abläufe.

Wenn du nach „Quereinsteiger Vertrieb Jobs“ oder einfach nach „Vertrieb Jobs“ suchst, findest du in Deutschland viele Jobs und Stellenangebote. In Stellenanzeigen für Jobs als Quereinsteiger sind meist folgende Fähigkeiten von Vorteil: Kommunikationstalent, Lernbereitschaft und die Fähigkeit, kundenorientiert zu arbeiten.

Ehrlich gesagt gehört aber auch dazu: Im Vertrieb gibt es Zielvorgaben, viel Telefon und manchmal Absagen am laufenden Band. Wer im Vertrieb glücklich wird, kann mit einem Nein umgehen und bleibt trotzdem freundlich und hartnäckig.

Was macht man im Vertrieb?

Im Vertrieb sorgst du dafür, dass Produkte oder Dienstleistungen verkauft werden. Als Vertriebsmitarbeiter gewinnst du neue Kundinnen und Kunden, berätst sie, erstellst Angebote, begleitest Aufträge und kümmerst dich um bestehende Kontakte, damit sie wiederkommen. Viele Aufgaben erledigst du eigenverantwortlich und in enger Abstimmung mit dem Kundenservice.

Dabei unterscheidet man zwei Welten: Im B2B-Vertrieb verkaufst du an andere Unternehmen, zum Beispiel Maschinen, Software oder Großhandelsware. In großen Konzernen heißt dieser Bereich oft Corporate Sales. Im B2C-Vertrieb verkaufst du an Privatpersonen, zum Beispiel im Handel, bei Energieversorgern oder bei Versicherungen. Wenn dich der Finanzbereich reizt, lies auch unseren Ratgeber zum Quereinstieg in die Bank. Die Auswahl an Jobs in Deutschland ist groß.

Was ist der Unterschied zwischen Innendienst und Außendienst?

Grafik „Innendienst und Außendienst im Vergleich“: Der Innendienst ist mit einem Schreibtisch mit Computer, Headset und Ablage dargestellt, der Außendienst mit einem Auto auf der Straße und einem Kalender mit Ortsmarkierung, dazwischen steht „Beide gehören zum Vertrieb“.

Der Innendienst betreut Kundinnen und Kunden vom Schreibtisch aus, der Außendienst fährt zu ihnen. Beide gehören zum Vertrieb, verlangen aber ganz unterschiedliche Arbeitsweisen.

VertriebsinnendienstAußendienst
ArbeitsortBüro oder Homeofficeunterwegs bei Kunden
Typische AufgabenAnfragen beantworten, Angebote erstellen, Aufträge betreuenKunden besuchen, Neukunden gewinnen, verhandeln
Kundenkontaktper Telefon, E-Mail und Videopersönlich vor Ort
Gehaltmeist festes Gehalt, wenig ProvisionFixum plus höherer Provisionsanteil
Für Quereinsteigerguter Einstiegeher nach Erfahrung im Innendienst

Warum ist der Vertriebsinnendienst ein guter Einstieg?

Der Vertriebsinnendienst ist ein guter Einstieg, weil du dort Produkte, Kundinnen und Abläufe kennenlernst, ohne sofort allein beim Kunden verhandeln zu müssen. Das Arbeitsumfeld ist planbarer als im Außendienst, und du arbeitest eng mit erfahrenen Kolleginnen und Kollegen zusammen.

Die Arbeit im Innendienst ähnelt in vielen Punkten der Sachbearbeitung: Du pflegst Daten im CRM-System, schreibst Angebote und behältst Liefertermine im Blick. Mehr dazu liest du im Ratgeber Umschulung zum Sachbearbeiter.

Auch wenn du noch keine kaufmännische Ausbildung hast, kannst du im Innendienst durchstarten und lernen, dich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln. Wer nach ein bis zwei Jahren mehr Kundenkontakt will, kann später in den Außendienst oder die Betreuung großer Kunden wechseln.

Muss ich extrovertiert sein, um im Vertrieb zu arbeiten?

Eine lachende Frau sitzt am Schreibtisch, um sie herum stehen mehrere Kolleginnen und Kollegen und sprechen gestikulierend miteinander.

Nein, du musst nicht extrovertiert sein, um im Vertrieb erfolgreich zu sein. Eine Studie des Organisationspsychologen Adam Grant mit rund 340 Beschäftigten im telefonischen Verkauf zeigte, dass nicht die besonders Extrovertierten den meisten Umsatz machten, sondern Menschen, die irgendwo dazwischen liegen.

Der Grund liegt im Gespräch selbst: Wer gut zuhört, Fragen stellt und nicht nur redet, versteht schneller, was jemand wirklich braucht. Genau diese Mischung aus Zuhören und Überzeugen ist beim Verkaufen gefragt, auch wenn du dich selbst eher als ruhigen Menschen beschreibst.

Was verdient man im Vertrieb als Quereinsteiger?

Im Vertrieb besteht das Gehalt meist aus einem festen Fixum, oft ergänzt durch eine Provision für erreichte Ziele. Im Innendienst ist der feste Anteil in der Regel höher, im Außendienst spielt die Provision eine größere Rolle.

Für den Vertriebsinnendienst weist der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit keinen eigenen Wert aus. Eine gute Orientierung bietet der Vertriebsberuf Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement: Laut Entgeltatlas liegt das mittlere Bruttomonatsgehalt in Vollzeit bei 3.871 Euro, das untere Viertel bei 3.191 Euro. In Städten wie München oder Hamburg liegt der Mittelwert deutlich höher.

Woran erkennst du unseriöse Vertriebsjobs?

Ein orangefarbenes Warnschild mit der Aufschrift „Vorsicht!“ als Symbol für Vorsicht bei unseriösen Jobangeboten.

Unseriöse Vertriebsjobs erkennst du meist daran, dass sie hohe Verdienste versprechen, aber kaum Sicherheit bieten. Gerade Anzeigen für Quereinsteiger ohne Erfahrung locken oft mit Summen pro Tag, die in der Praxis nur wenige erreichen.

Bevor du dich auf ein Stellenangebot bewerben willst, lies es genau. Diese Warnsignale solltest du kennen:

  • Nur Provision, kein Fixum: Ohne festes Gehalt trägst du das ganze Risiko allein.
  • Haustürgeschäfte mit Druck: Verträge an der Haustür mit festen Tagesquoten sind für den Einstieg selten ein guter Weg.
  • „Freier Handelsvertreter“ statt Arbeitsvertrag: Als Handelsvertreter bist du laut § 84 HGB selbstständig. Du zahlst Kranken- und Rentenversicherung selbst und bekommst kein festes Gehalt.
  • Du sollst zuerst selbst zahlen: Startpakete, Schulungen oder Muster auf eigene Kosten sind ein klares Warnzeichen.
  • Unklare Ziele: Seriöse Arbeitgeber sagen dir vorab, wie Provision berechnet wird und welche Ziele realistisch sind.

Wie bereitest du dich auf den Quereinstieg in den Vertrieb vor?

Am besten bereitest du dich mit kaufmännischen Grundlagen, Übung in Gesprächsführung und ersten Erfahrungen mit CRM-Programmen vor. Diese drei Punkte suchen Arbeitgeber im Vertriebsinnendienst am häufigsten.

Eine Online-Umschulung bringt dir die kaufmännischen Grundlagen in wenigen Monaten bei, die du im Vertrieb täglich brauchst, von Angeboten über Kalkulation bis zur Kundenkommunikation. Mehr dazu liest du im Ratgeber kaufmännische Umschulung.

Für die Bewerbung lohnt es sich, deinen Lebenslauf auf den Vertrieb auszurichten. Ein Lebenslauf, der Erfahrungen mit Kundinnen und Kunden aus deinem bisherigen Job hervorhebt, wirkt deutlich stärker als eine reine Liste von Stationen. Offene Stellen finden kannst du zum Beispiel in der Jobbörse der Agentur für Arbeit.

Die Kosten einer Umschulung können über einen Bildungsgutschein übernommen werden, wenn die Qualifizierung notwendig ist, damit du wieder Arbeit findest. Wie das funktioniert, erklärt die Bundesagentur für Arbeit zum Bildungsgutschein. Die einzelnen Schritte findest du im Ratgeber Umschulung mit Bildungsgutschein.

Fazit

Ein Quereinstieg in den Vertrieb ist realistisch, wenn du gern mit Menschen sprichst und mit einem Nein umgehen kannst. Der Vertriebsinnendienst ist ein guter erster Schritt, und du musst dafür kein lauter Verkäufertyp sein. Achte bei Angeboten auf ein festes Gehalt und einen echten Arbeitsvertrag, und bereite dich mit kaufmännischen Grundlagen gezielt vor. Du willst wissen, welcher Weg zu dir passt? Mach unseren kurzen Umschulungs-Check und finde in wenigen Minuten heraus, welche Umschulung zu dir passt.

FAQ

Wie fängt man im Vertrieb an?

Am einfachsten startest du im Vertriebsinnendienst. Dort lernst du Produkte und Kundinnen kennen und arbeitest eng mit erfahrenen Kolleginnen und Kollegen zusammen.

Brauche ich eine Ausbildung für den Vertrieb?

Nicht unbedingt. Viele Arbeitgeber stellen Quereinsteiger ein, erwarten aber kaufmännische Grundlagen, die du über eine Umschulung nachholen kannst.

Kann ich im Vertrieb im Homeoffice arbeiten?

Im Innendienst ja, dort sind Homeoffice und hybride Modelle häufig, manche Stellen sind sogar komplett remote. Im Außendienst bist du dagegen viel unterwegs. Mehr Ideen findest du im Ratgeber Quereinstieg im Homeoffice.

Lohnt sich der Außendienst für Quereinsteiger?

Der Außendienst kann sich finanziell lohnen, ist aber für den Anfang anspruchsvoll. Viele sammeln zuerst Erfahrung im Innendienst und wechseln dann.

Welche Weiterbildung ist im Vertrieb sinnvoll?

Sinnvoll sind kaufmännische Grundlagen, Gesprächsführung und der Umgang mit CRM-Programmen. Später kannst du dich auf Verhandlung oder Kundenbetreuung spezialisieren.

Kann ich mit 40 oder 50 noch in den Vertrieb wechseln?

Ja, Lebenserfahrung ist im Vertrieb oft ein Vorteil, weil sie Vertrauen schafft. Gerade im B2B-Vertrieb hilft es, die Welt der Kundinnen und Kunden aus dem eigenen Berufsleben zu kennen.

Quellen

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