Ratgeber
Quereinstieg in die Bank: Was du verdienst und wie du startest

Wichtige Erkenntnisse
- Viele Banken stellen Quereinsteiger ohne Bankausbildung ein, vor allem im Service, im Telefon- und Online-Service und im Backoffice.
- Im privaten Bankgewerbe liegt das Tarifgehalt für Schaltertätigkeiten nach längerer Einarbeitung bei 3.032 Euro brutto im Monat in den ersten zwei Berufsjahren (Stand Sommer 2026).
- Sparkassen, Volksbanken und Privatbanken zahlen nach unterschiedlichen Tarifverträgen, die genaue Höhe hängt von Stelle und Bank ab.
- Laut einer IAB-Studie führt ein freiwilliger Berufswechsel in Deutschland langfristig zu einem höheren Lohnniveau.
- Mit Lernbereitschaft, Zahlenverständnis und Freude am Umgang mit Menschen kommst du in der Bank weit.
- Eine kaufmännische Online-Umschulung ist ein guter Weg, um dich auf den Quereinstieg vorzubereiten.
Du hast Lust auf einen sicheren Job mit festen Arbeitszeiten, tariflichem Gehalt und Kontakt zu Menschen? Dann lohnt sich ein Blick auf den Quereinstieg in die Bank. In diesem Ratgeber erfährst du, welche Jobs Banken für Quereinsteiger anbieten, was du dort wirklich verdienst und wie du dich am besten vorbereitest.
Wer sich neuen Herausforderungen stellen will, muss dafür übrigens kein Finanzgenie sein.
Kann man als Quereinsteiger bei einer Bank arbeiten?
Ja, viele Banken stellen gezielt Quereinsteiger ohne Bankausbildung ein. Sparkassen, Volksbanken und Raiffeisenbanken werben auf ihren Karriereseiten offen um Menschen aus anderen Berufen und bieten eigene Einsteigerprogramme an.
Wichtiger als Finanzwissen sind Lernbereitschaft, Teamgeist und Freude am Umgang mit Menschen. Das Fachwissen bekommst du in der Einarbeitung, in Schulungen und später über Weiterbildungen. Gerade Erfahrung aus Handel, Gastronomie oder Kundenservice ist in der Bank gern gesehen.
Viele Häuser werben sogar ausdrücklich mit einem Einstieg ganz ohne Bankausbildung. In Stellenanzeigen liest du dann Sätze wie „Werde Teil unseres Teams“ oder „Bei uns bist du richtig, wenn du Spaß am Umgang mit Menschen hast“. Bei der großen Auswahl an Stellen ist oft auch für dich das Richtige dabei.
Einsteigerprogramme machen dich in einigen Wochen fit für den Einsatz in der Filiale. In dieser Zeit hast du immer eine Ansprechpartnerin oder einen Ansprechpartner an deiner Seite, der dir Fragen beantwortet.
Welche Bank-Jobs gibt es für Quereinsteiger?
Für Quereinsteiger gibt es in der Bank vor allem vier Einstiegsbereiche. Die Tabelle zeigt dir, was dich dort erwartet.
| Bereich | Typische Aufgaben | Für Quereinsteiger |
|---|---|---|
| Service in der Filiale | Konten eröffnen, Zahlungsverkehr, einfache Kundenanfragen | häufigster Einstieg |
| Telefon- und Online-Service | Anfragen per Telefon, Chat und E-Mail beantworten | gut geeignet, oft mit Homeoffice-Anteil |
| Backoffice und Marktfolge | Kreditunterlagen prüfen, Daten pflegen, Zahlungen bearbeiten | gut, wenn du sehr genau arbeitest |
| Privatkundenberatung | zu Konto, Sparen und Krediten beraten | meist nach Einarbeitung und Weiterbildung |
Im Back-Office bist du eher im Hintergrund tätig und hast weniger direkten Kundenkontakt, dafür sind die Abläufe sehr strukturiert.
Wenn dir das aktive Verkaufen liegt, ist auch der Quereinstieg in den Vertrieb spannend, denn Beratung in der Bank hat immer auch einen Vertriebsanteil.
Was verdient man als Quereinsteiger in der Bank?

Als Quereinsteiger in der Bank verdienst du im privaten Bankgewerbe nach Tarif rund 3.000 Euro brutto im Monat zum Start. Laut dem Tarifdaten-Auszug für das private Bankgewerbe gilt für Schaltertätigkeiten Tarifgruppe 4, wenn die nötigen Kenntnisse durch eine Berufsausbildung oder eine längere Einarbeitung erworben wurden. Dort liegt das Gehalt seit Sommer 2026 bei 3.032 Euro in den ersten zwei Berufsjahren, dazu kommt mindestens ein volles Monatsgehalt als Sonderzahlung.
Mit wachsender Erfahrung steigt das Gehalt deutlich. Sachbearbeitung in Kredit- oder Wertpapierabteilungen liegt laut Tarif in Gruppe 6, ab dem dritten Berufsjahr bei 3.505 Euro. Ausgebildete Bankkaufleute verdienen laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit im Mittel 5.980 Euro brutto in Vollzeit, das ist allerdings ein Wert über alle Berufsjahre hinweg.
Deine Verdienstmöglichkeiten wachsen also mit jeder Tarifstufe und jeder neuen Aufgabe.
Wichtig: Der Gehaltstarifvertrag für private Banken lief bis Ende September 2026, die neue Tarifrunde hat im Oktober begonnen. Die Zahlen können sich also bald ändern.
Sparkasse, Volksbank oder Privatbank: Wo verdienst du mehr?
Wo du mehr verdienst, hängt vom Tarifvertrag der jeweiligen Bank ab. Sparkassen zahlen nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst mit Sparkassen-Regeln, Volksbanken und Raiffeisenbanken haben einen eigenen Tarifvertrag, und private Banken zahlen nach dem Tarif des privaten Bankgewerbes.
Viele Volks- und Raiffeisenbanken sind als eG organisiert, also als eingetragene Genossenschaft, und verstehen sich als starke Gemeinschaft ihrer Mitglieder.
Für dich heißt das: Vergleiche bei jeder Stelle die Eingruppierung, die Sonderzahlungen und die Zusatzleistungen wie Urlaubstage oder betriebliche Altersvorsorge. Viele Banken zahlen 13 Gehälter oder mehr, und die Arbeitszeiten sind meist gut planbar. Frag im Vorstellungsgespräch ruhig direkt nach, in welche Tarifgruppe du eingestuft wirst.
Typische Benefits sind flexible Arbeitszeiten, eine faire Urlaubsregelung, Gesundheitsvorsorge und Angebote für eine gute Work-Life-Balance. Im privaten Bankgewerbe gibt es laut Tarif zusätzlich 40 Euro im Monat für vermögenswirksame Leistungen. Wo du deine vermögenswirksamen Leistungen anlegen möchtest, kannst du meist selbst entscheiden. Wer diese Punkte vergleicht, findet die bestmöglichen Bedingungen für den eigenen Start.
Lohnt sich der Quereinstieg in die Bank finanziell?

Ein freiwilliger Wechsel in einen neuen Beruf lohnt sich in Deutschland meist auch finanziell. Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat Daten von Beschäftigten über mehrere Jahre ausgewertet. Ergebnis: Wer freiwillig den Beruf wechselt, erreicht langfristig ein bis zu 7,6 Prozent höheres Lohnniveau als vor dem Wechsel, und zwar in allen Qualifikationsgruppen.
Ehrlich gesagt startest du als Quereinsteiger meist nicht auf dem Gehaltsniveau erfahrener Bankkaufleute. Der finanzielle Vorteil entsteht vor allem über die Jahre, durch Tarifstufen, Weiterbildung und neue Aufgaben. Wer aus einem Beruf mit niedrigem Lohn kommt, merkt den Unterschied oft schon direkt beim Einstieg.
Für einen erfolgreichen Quereinstieg zählt deshalb weniger der erste Monat als der Weg danach. Erfolgreiche Quereinsteigende können ihr volles Potenzial entfalten, wenn sie sich nach dem Start gezielt weiterqualifizieren.
Was brauchst du für den Quereinstieg in die Bank?
Für den Quereinstieg in die Bank brauchst du vor allem Freude am Umgang mit Menschen, ein gutes Gefühl für Zahlen und Lernbereitschaft. Banken achten außerdem auf Zuverlässigkeit und Diskretion, weil du mit sensiblen Kundendaten und Geld arbeitest.
Hilfreich sind kaufmännische Grundkenntnisse, sicherer Umgang mit dem PC und Erfahrung im Kundenkontakt. Ein Bankstudium oder Finanzwissen musst du nicht mitbringen, das lernst du im Job.
Welche Fähigkeiten bringen dich also wirklich weiter? Vor allem Geduld, Freundlichkeit und Sorgfalt. Du musst auch nicht vom ersten Tag an Vollgas geben, denn eine gute Einarbeitung braucht Zeit. Wenn gerade keine passende Stelle ausgeschrieben ist, kannst du auch gern eine Initiativbewerbung schicken.
Wie geht es nach dem Quereinstieg weiter?
Nach dem Quereinstieg kannst du dich in der Bank Schritt für Schritt weiterentwickeln. Viele Banken bieten berufsbegleitende Qualifizierungen an, mit denen du einen anerkannten Bankabschluss nachholst und dich später für die Kundenberatung qualifizierst.
Wer in die Wertpapierberatung möchte, muss zusätzlich nachweisen, dass er dafür sachkundig ist. Das schreibt § 87 Wertpapierhandelsgesetz vor. Wenn du gleich einen vollständigen Berufsabschluss anstrebst, schau dir die Umschulung zum Bankkaufmann an.
Wer noch ganz am Anfang steht, kann alternativ eine Ausbildung zum Bankkaufmann oder ein duales Studium beginnen. Wer die ersten Monate erfolgreich meistert, hat in vielen Häusern gute Chancen auf feste Übernahme und mehr Verantwortung. Manche Institute werben deshalb mit Sätzen wie „Zusammen Zukunft gestalten“ und setzen bewusst auf langfristige Mitarbeitende.
Wie bereitest du dich auf den Quereinstieg in die Bank vor?

Am besten bereitest du dich mit kaufmännischen Grundlagen vor, also Buchhaltung, Zahlungsverkehr und Kundenkommunikation. Damit verstehst du die Abläufe in der Bank schneller und überzeugst im Vorstellungsgespräch.
Eine kaufmännische Online-Umschulung vermittelt dir genau diese Grundlagen von zuhause aus. Welche Berufe dafür infrage kommen, liest du im Ratgeber kaufmännische Umschulung. Die Kosten können über einen Bildungsgutschein übernommen werden, wie das geht, erklären wir im Ratgeber Umschulung mit Bildungsgutschein.
So startest du gut vorbereitet und erfolgreich in deinen neuen Beruf.
Fazit
Der Quereinstieg in die Bank ist ohne Bankausbildung möglich, vor allem im Service, im Telefon- und Online-Service und im Backoffice. Zum Start verdienst du im privaten Bankgewerbe rund 3.000 Euro brutto nach Tarif, mit Sonderzahlung und guten Aufstiegschancen. Langfristig zahlt sich ein bewusster Berufswechsel auch finanziell aus. Du willst wissen, welcher Weg zu dir passt? Mach unseren kurzen Umschulungs-Check und finde in wenigen Minuten heraus, welche Umschulung zu dir passt.
FAQ
Wie viel verdient man bei der Sparkasse als Quereinsteiger?
Das hängt von Stelle und Eingruppierung ab, denn Sparkassen zahlen nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst mit eigenen Sparkassen-Regeln. Frag im Gespräch direkt nach deiner Entgeltgruppe.
Kann ich ohne Ausbildung in der Bank arbeiten?
Ja, viele Banken stellen Quereinsteiger ohne Bankausbildung ein, vor allem im Service und im Backoffice. Das Fachwissen bekommst du in der Einarbeitung.
Wie wird man Kundenberater bei der Bank?
Meist startest du im Service, sammelst Erfahrung und qualifizierst dich berufsbegleitend weiter. Danach kannst du in die Kundenberatung wechseln.
Ist eine Bankausbildung schwer?
Sie ist anspruchsvoll, aber gut machbar, wenn du Zahlen magst und regelmäßig lernst. Viele Inhalte kennst du aus dem Alltag, etwa Konten, Zahlungen und Kredite.
Gibt es in der Bank Homeoffice?
Im Telefon- und Online-Service und im Backoffice oft ja, in der Filiale eher nicht. Mehr Ideen findest du im Ratgeber Quereinstieg im Homeoffice.
Ist die Bank noch ein sicherer Arbeitgeber?
Banken bieten meist feste Tarife und gute Arbeitsbedingungen. Gleichzeitig schließen viele Filialen, deshalb lohnt es sich, digitale Kenntnisse mitzubringen und offen für Service am Telefon oder online zu sein.
Quellen
- Bundesagentur für Arbeit (2025): Entgeltatlas: Bankkaufmann/-frau. Datenstand Entgeltatlas 2025. Verfügbar unter: https://web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/6755 (Zugriff: 12.10.2026).
- Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz (o. J.): Wertpapierhandelsgesetz (WpHG), § 87 Einsatz von Mitarbeitern in der Anlageberatung. Verfügbar unter: https://www.gesetze-im-internet.de/wphg/__87.html (Zugriff: 12.10.2026).
- Deutscher Gewerkschaftsbund (2026): Tarifverhandlungen und Tarifrunden. Verfügbar unter: https://www.dgb.de/aktuelle-nachrichten/tarifverhandlungen-tarifrunden-tarifrunde-streiks-warnstreiks (Zugriff: 12.10.2026).
- Nisic, N. und Trübswetter, P. (2012): Berufswechsler in Deutschland und Großbritannien: Lohnentwicklung 1994 bis 2008. IAB-Kurzbericht 1/2012. Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Verfügbar unter: https://doku.iab.de/kurzber/2012/kb0112.pdf (Zugriff: 12.10.2026).
- ZEFAS, Zentrum für Fachkräftesicherung und Gute Arbeit (2025): Tarifdaten-Auszug privates Bankgewerbe. Stand 17.07.2025. Chemnitz. Verfügbar unter: https://www.zefas.sachsen.de/download/privatesBankgewerbe_0725.pdf (Zugriff: 12.10.2026).
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